Freitag, 26. Juni 2015

Rezension zu "Die Königin der Orchard Street"

Übersetzer: Eike Schönfeld
Erscheinungsdatum: 07.03.2015
Verlag: Insel Verlag
Seiten: 600
Preis: 19,95(HC)
ISBN: 978-3-458-17625-1 









New York, 1913. Die kleine Malka lebt mitten im Trubel der dicht gedrängten Straßen und übervölkerten Mietskasernen im Einwandererviertel auf der Lower East Side. Die meisten hier sind arm, haben zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel, leben von der Hand in den Mund. Doch listig und raffiniert, wie sie ist, lernt Malka schnell, sich im Viertel durchzuschlagen. Und genau da, mitten im abenteuerlichen Gemenge, wo die jiddischen und italienischen Rufe der fahrenden Händler durch die Straßen schallen, wendet sich Malkas Schicksal. Denn dort trifft sie Papa Dinello, der sie in das köstlichste Geheimnis der Welt einweiht: das Wunder der Eiscreme, die Verführung der süßen Magie. Für Malka beginnt eine wahre Tour de Force durch das Leben – und aus dem pfiffigen und erfinderischen Mädchen wird die Grand Dame Lillian Dunkle, die »Eiskönigin von Amerika« und berühmt-berüchtigte Herrscherin über ein Eiscreme-Imperium …


„Bitte verklag mich doch…“
Im Laden wäre ich an dem Buch sehr wahrscheinlich vorbei gelaufen. Ich finde die Coverwahl irgendwie ein bisschen trist. Natürlich sieht es schön aus, wenn  es einem erst einmal auf gefallen ist. Aber mir persönlich ist es einfach zu blass…
Der Roman wechselt zwischen Rückblenden und dem „Hier und Jetzt“. Das geht so fließend von statten, dass es einem als Leser nicht direkt auffällt. Mir hat das gut gefallen, aber manchmal war es auch etwas verwirrend. Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil. Ich hatte das Gefühl selbst im New York der Zwanziger zu stehen und dem bunten Treiben zu zusehen. Eine wirklich spannende und interessante Zeit, die nicht immer ganz so schön war wie es in manchen Filmen scheint…
Der Roman ist eine Erinnerung an ein bewegtes Leben. Am besten hat mir aber gefallen, dass es der Autorin gelingt die Geschichte mit so viel Selbstironie und Witz zu erzählen, dass ich wirklich sehr schnell Zugang zu dem Buch gefunden habe und immer so eine bissige Stimme im Kopf hatte beim Lesen. Ein paar Längen weist das Buch jedoch am Ende auf und da heißt es: Durchbeißen wie Malka.
Hinter einem etwas unscheinbaren Cover versteckt sich ein sehr interessanter und starker Charakter, der über Leichen gehen würde um sein Ziel zu erreichen. Ich fand Malka vor allem interessant, weil sie wirklich ganz unten angefangen hat und sich dann hochkämpft. Gewiss, ein bisschen Glück scheint sie dabei auch zu haben, aber jedem ihrer Glücksfälle geht erst einmal eine kleine Katastrophe voraus. Es ist spannend wie sich als Frau in den Zwanzigern behauptet und versucht sich durch zu beißen. Anfangs war sie mir aber sympathischer als zum Ende hin. An einigen Stellen war sie selbst mir etwas zu skrupellos. Diese Verwandlung, welche sie durchmacht fand ich unglaublich spannend. Halt vom Leben gezeichnet…


Fazit: Das Buch zeigt einem wie man am Leben wächst und wie es einem gelingen kann aus jeder Situation mit neuer Stärke hervor zugehen, wenn man den Willen hat daran nicht zu zerbrechen. Zum Ende hin hat es zwar einige längen, aber trotz allem ist es ein Buch was einen tiefen Eindruck bei einem hinterlässt. Selbst nachdem es zurück ins Regal geschoben wurde lässt es einen noch einmal darüber nachdenken…







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Grüße Denise